Stefan Brunnhuber, Harald Klimenta

Wie wir wirtschaften werden
Szenarien und Gestaltungsmöglichkeiten für zukunftsfähige Finanzmärkte

1. Auflage 2003
288 Seiten, Hardcover
ISBN 3-8323-1022-3
19,90 EUR

Kurze Inhaltsbeschreibung


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Kurze Inhaltsbeschreibung:

Das Geld- und Finanzsystem legt sich nicht wie ein neutraler Schleier über die Realökonomie, sondern hat direkte Auswirkungen auf das Ziel nachhaltigen Wirtschaftens, wenn es den Kurzzeithorizont der Akteure präferiert, zu Wachstum zwingt, eine zunehmende Wohlstandsdisparität zur Folge hat, zu Instabilität neigt und Sozialkapital entwertet. Im ersten Teil werden die hier bereits genannten fünf nicht-nachhaltigen Strukturmerkmale der Finanzmärkte ausführlich diskutiert. Es schließt sich das Kapitel "Jenseits der Standardökonomie" an, welches verdeutlichen soll, dass formales, marktförmiges Wirtschaften bei weitem nicht alle gegenwärtigen menschlichen Formen zu Wirtschaften umfasst. Von informellen Arbeitsbeziehungen über unbezahlter bis zu illegaler Arbeit einerseits, von Tauschringen und Komplementärwährungsräumen andererseits spannt sich der Bogen.

Nun folgen sechs Szenarien die belegen, dass wir unsere Zukunft selbst in der Hand haben: zwischen Isolationismus und Kooperation, zwischen Marktliberalismus und Überregulierung reicht das weite Feld denkbarer Zukünfte. Es zeigt sich, dass auch in Abhängigkeit der Gestaltung unserer Finanzmärkte nachhaltige Szenarien durchaus möglich erscheinen.

Wenn man akzeptiert, dass die gegenwärtigen Entwicklungen nicht schicksalhaft über uns hereingebrochen sind, sonder wir selber die Akteure waren, die den Finanzmärkten die gegenwärtige Struktur gaben, so folgt daraus zwingend, dass wir sie auch gestalten können, um sie zu Koordinationsmechanismen zu machen, die eine nachhaltige Entwicklung auf diesem Planeten nicht behindern, sondern sogar fördern. Hierzu werden im letzten Kapitel 13 Vorschläge gemacht, die zum Teil bekannt aber wenig gefördert sind (z. B. Corporate Citizenship), zum Teil sehr neu (z. B. eine internationale Währungsreferenz) sind und zum Teil in der öffentlichen Debatte trotz ihrer Notwendigkeit nicht oder kaum vorkommen (z. B. Bildungspools).

Das Projekt gliedert sich in zwei Teile - obiges betraf den ersten Teil. Im zweiten Teil geben wir der Analyse der Gegenwart breiten Raum; zahlreiche Schaubilder verdeutlichen die gegenwärtigen Umwälzungen: Von der Zunahme grenzüberschreitender Direktinvestitionen über eine Analyse der Wachstumsraten der vergangenen 130 Jahre, bis zur gegenwärtigen Entwicklung unterschiedlicher Regionen auf der Erde reichen die Stichpunkte, mit welchen wir einen Beitrag zur ökonomischen Alphabetisierung leisten wollen, was ebenfalls ein vernachlässigtes, aber sehr notwendiges Gestaltungselement für eine zukunftsfähige Wirtschaftsentwicklung darstellt.


Verlagswerbung:

Die Wohlstandsschere klafft auseinander, Konzentrationsprozesse, Internationalisierung und Umweltbelastungen nehmen immer mehr zu - unsere Wohlstandsmodelle werden auf Dauer ökologisch, ökonomisch und sozial nicht haltbar sein. Neben dem demografischen Faktor und technologischer Innovation hat vor allem die Architektur unserer Finanzmärkte einen starken Einfluss auf diese globalen Entwicklungen!
Der erste Bericht der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste macht deutlich, dass die internationale Finanzordnung geändert werden kann und muss, und entwickelt in verständlichen Szenarien, wie wir Krisen vermeiden, Gerechtigkeit verwirklichen und zukunftsfähig wirtschaften können.